Der Emscher-Weg von Holzwickede nach Dinslaken ist einer der wohl ungewöhnlichsten Flussradwege in Deutschland. Auf etwa 100 Kilometern Länge verläuft der Emscherweg von der Quelle bis zur Mündung der Emscher. Knapp über 100 Kilometer lang ist dieser Radfernweg, der komplett ausgeschildert ist und durch das nördliche Ruhrgebiet führt. Er macht dabei den Wandel von einer offenen Abwasser-Kloake zum lebendigen Fluss erlebbar und verbindet durch den Emscherkunstweg dabei geschickt Natur und Landschaft mit spannenden Kunstwerken am Wegesrand.
Hier wird der Strukturwandel hautnah erlebbar. Während die erste Hälfte der Emscher schon aufwändig renaturiert wurde und Radfahrer:innen vorbei an grünen Oasen radeln, gleicht der Unterlauf der Emscher noch immer eher einem Abwasserkanal. Während die Ruhr im Süden schon immer ein Freizeitparadies war, übernahm die Emscher die harte Rolle des Arbeitstiers. Sie musste die Abwässer einer ganzen Region abführen, denn durch den Bergbau und die damit einhergehenden Bergsenkungen war eine unterirdische Führung lange Zeit nicht möglich. Heute werden die Abwässer aufwändig unterirdisch verlegt und die Emscher selber renaturiert - eines der größten Renaturierungsprojekte in Europa.
Startpunkt und Anreise
Der Emscher Weg startet am Emscher Quellhof in Holzwickede. Die Anreise dorthin ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Dortmund aus gut möglich. Im September 2022 konnte/kann man das Auto direkt am Emscher Quellhof abstellen und losradeln. Wer mit der Bahn anreist, kann dies auch bequem tun. Holzwickede ist ein beliebter Anreiseort für Dortmund Flughafen Abreisende und daher recht gut angebunden. Vom Bahnhof sind es ca. 3km zum Emscher Quellhof.
Etappen des Emscher Radwegs
Von der Quelle bis zur Mündung der Emscher in Dinslaken wird die Strecke vom Emscherweg von 100 km in vier Etappen zwischen 20 und 30 Kilometern zerlegt.
Sehenswürdigkeiten entlang des Emscher Radwegs
Holzwickede und Dortmund
Zunächst bleibt die Emscher unauffällig klein, erst ab dem Phoenix See in Dortmund verläuft der Radweg neben dem Fluss. Spannende Industriedenkmäler wie der Skywalk in Phoenix West oder die Kokerei Hansa liegen nur wenige Pedalumdrehungen von der Route entfernt und lohnen sich für eine Besichtigung. Am Phönixsee lohnt sich eine Runde mit dem Rad einmal um den See - der Radweg der um den ganzen See führt ist dafür ideal und man kann an einigen Punkten wunderbar anhalten für ein Foto. Hier sieht man teure Wohneinheiten am See, eine schöne Kulisse.
Der Abschnitt nach dem Phönixsee hat mir auch sehr gut gefallen. Hier begegnet man Städtern die sich entlang des Radwegs an Spielplätzen und Fitnessstationen austoben.
Castrop-Rauxel und Henrichenburg
Von Dortmund aus führt der Emscher Weg nach Norden an Castrop-Rauxel vorbei nach Henrichenburg. Ab hier radelt Ihr wieder nach Westen, überquert den Rhein-Herne-Kanal und gelangt schließlich nach Herne, wo die Emscher noch zunehmend einem Abwasserkanal gleicht - mittlerweile aber mit sauberem Wasser. Früher war die Emscher als Köttelbecken bekannt, gerade im Essener Norden.
Bottrop und Oberhausen
In Bottrop führt der Emscher Weg durch den Berne Park, einer ehemaligen Kläranlage, die im Rahmen der Kulturhauptstadt RUHR.2010 zu einem kleinen Kulturpark umgestaltet wurde. In Oberhausen verläuft der Emscher Weg dicht am Gasometer Oberhausen vorbei. Ich selbst habe mir die Herkules-Statue der Zeche Nordstern genauer angeschaut, sowie in Oberhausen das Gasometer besucht. Toll!
In Oberhausen kann man einen Abstecher zum CENTRO bzw. Gasometer machen. Beides ist vom Radweg aus direkt beschildert und alles unter 2km vom Radweg entfernt. Das Gasometer ist im Wesentlichen ein Museum mit einer beeindruckenden Ausstellung und unter der Kuppel sieht man ein tolles 3D Modell der Erde animiert rotieren.
Duisburg und Dinslaken
Von Oberhausen aus führte die Emscher ursprünglich weiter nach Duisburg zum Rhein. Aufgrund der Bergsenkung wurde jedoch zwei Mal der Verlauf künstlich nach Norden verlegt. Es gibt die „Alte Emscher“, die u.a. durch den Landschaftspark Duisburg-Nord führt, und die „Kleine Emscher“, die durch Duisburg-Marxloh verläuft. Heute mündet die eigentliche Emscher in den Rhein bei Dinslaken und seit 2022 sogar in einem neu gestaltetem kleinen Mündungsdelta. Hier endet auch der Emscher Weg für Radfahrer:innen.
Der Wandel der Emscher
Früher war die Emscher wohl ein stinkender schwarz-trüber Abwasserkanal, aber auf jeden Fall kein schöner Fluss! Aber das Ruhrgebiet ist und hat sich enorm gewandelt und auch die Emscher. Sie steht damit für die Entwicklung einer ganzen Region. Aus der Kloake wurde im Jahr 2022 wieder ein lebendiger Fluss. Der gesamte Lauf wurde renaturiert - ein enormes Projekt! Heutzutage kann man wunderbar an der Emscher entlang radeln und es ist nichts von Abwässergestank zu spüren. Im Gegenteil: Der Emscher-Weg ist eine reizvolle Fahrrad-Strecke geworden.
Bestandteil der RevierRouten
Der Emscher Weg ist Bestandteil der RevierRouten „Grubenfahrt“, „Probierstück“, „Stahlküche“ und „RevierWasser“.
Tipps und Hinweise
- Beschilderung: Der Emscherweg ist im befahrenen Abschnitt durchgängig mit dem gut lesbaren Piktogramm gekennzeichnet.
- Wegebeschaffenheit: Der Emscherweg nutzt größtenteils eigene Wege oder ruhige Nebenstraßen. Die Wege sind asphaltiert oder wassergebunden.
- Anreise mit der Bahn: Auf dem gewählten Streckenabschnitt Holzwickede-Dortmund wird der Emscherweg in einiger Entfernung von einer Bahnlinie begleitet.
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