In vielen Bikezeitschriften konnte man von den Billigbikes lesen und der Eine oder Andere von euch fährt evtl. Nun hatten wir die Möglichkeit ein solches Bike zu testen. Nein, wir haben es nicht gestellt bekommen! Ganz im Gegenteil, meine Freundin war so nett und hat eines käuflich erworben. Sie hat mir sogar erlaubt etwas über das Bike zu schreiben.
Einige fragen sich bestimmt, wieso jemand sich ein Bike oder doch lieber Fahrrad beim „Tante Emma Laden“ kauft? Meine Freundin konnte ich durch stundenlanges „bequatschen“ dafür begeistern auch mal abseits der Wege zu fahren. Und wie es nun mal auch bei Frauen ist, sollte die Optik, nun ja, auch passen.
Erster Eindruck und Ausstattung
Wie sich manch einer denken wird: „Der meint bestimmt eines dieser Bikes aus dem Baumarkt oder von einem „Lebensmittel-Discounter“. Richtig erkannt genau so ist es. Ein Bike aus dem Supermarkt dessen Name hier nicht erwähnt werden soll. Wie auf den Bildern zu sehen handelt es sich hier bei um ein Fully mit Doppelbrückengabel und Antriebsschwinge. Zu den Federwegen kann ich keine Angaben machen, ich denke die liegen so bei ca. 60mm. Eine Einstellung der Gabel ist nicht möglich und der Dämpfer ist mit einer 850 Feder ausgeliefert worden was ich persönlich für recht hart halte.
Zum Rahmen kann man sagen, dass die Verarbeitung ganz O.K. ist, wenn es nicht stört, dass die Aufkleber auf dem Lack sind. Die Schweissnähte… naja. Die Antriebsschwinge ist komplett aus Stahl, was wiederum das Gewicht erhöht. Als Shifter hat man Shimano Deore verbaut und als Schaltwerk sogar Shimano XT.
Fahreigenschaften und Komfort
Zugegeben, dass Gewicht dieses Bikes ist mehr als heftig, trotz Alurahmen. Aufgrund des hohen Gewichtes, ist es alles andere als eine „CC-Feile“. Was stört und auch nicht gerade vorteilhaft für dieses Bike ist, dass die Reifen einen sehr hohen Rollwiderstand haben. Da meine Freundin mit der Sitzposition nicht zufrieden war habe ich einen Shorty Vorbau mit einer Länge von 50 mm verbaut und noch einen 10 mm Spacer darunter gepackt. Laufräder und Reifen sind für den Einsatzzweck ausreichend. Die Sitzposition auf diesem Bike ist eher sportlich, also gestreckt.
Bremsen und Schaltung
Zum Thema Bremsen kann man eigentlich nichts negatives sagen. eine ganz schöne „Fummelei“ bis die Bremsen richtig eingestellt waren und nicht mehr an der Scheibe schliefen, aber auch dieses Problem wurde beseitigt. Am Hinterrad blitzt tatsächlich ein hochwertiges Shimano-XT-Schaltwerk, die Schalthebel stammen aus der Deore-Gruppe. Also ist für 399 Euro doch alles in Ordnung?
Von wegen: Die Federelemente hüpfen bockig, jegliche Dämpfung der 67 Millimeter vorne und 56 Millimeter hinten fehlt. Zusätzlich arbeitet der in einer Gummi-Dose versteckte Stahlfeder-Hinterbaudämpfer nur bei schweren Fahrern vernünftig. Die Antriebseinflüsse offenbaren die Schwächen der Konstruktion schließlich gnadenlos. Das McKenzie ist das schlechteste Bike in puncto Wippen und Pedalrückschlag, das es jemals auf die Prüfstände von BIKE geschafft hat.
Langzeittest eines Baumarktrads
Was ist dran am Baumarktrad? Wir wollten es genauer wissen und herausfinden, was man einem Billigrad wirklich abverlangen und zumuten kann. Zu diesem Zweck haben wir ein typisches Baumarktrad einem Langzeittest unterzogen. Wir erwarben ein Fahrrad zum günstigsten Preis, den wir ausfindig machen konnten, in einem Supermarkt und fuhren das Rad anschließend unter durchschnittlicher Belastung, wie es ein ganz normaler Fahrradfahrer auch tun würde - drei Jahre lang zu allen möglichen Gelegenheiten, zu allen Jahreszeiten.
Wenn der Frühling naht, dann sind die Prospekte der Baumärkte und großen Supermärkte auf einmal wieder voll mit Fahrradangeboten. Rechtzeitig zum Saisonstart stehen sie im Eingangsbereich der Discounter und Markthallen, bei Aldi, Obi, Real oder sonstwo: Fahrräder von der Stange, schlichte Stadträder, Trekkingräder oder stylische Mountainbikes. Sie heißen Ragazzi, McKenzie, Germatec, Vortex, Cyco, Hill oder Mifa - und stammen dann von letzterer, der Mitteldeutschen Fahrradwerke AG, die die großen Handelsketten mit Rädern des unteren Preissegments beliefert.
„Fullys“, vollgefederte Räder, kosten im normalen Fahrradhandel mehr als ein Gebrauchtwagen, Trekking- und Mountainbikes sind ebenfalls sehr viel teurer als die billigen Räder zwischen Wurstabteilung und Kleintierbedarf. Einfache, schlichte, aber qualitativ höherwertige Fahrräder bekommt man ab etwa 500 Euro aufwärts. Hier stellt sich dann fast zwangsläufig die Frage, wie dann die schicken Räder im Supermarkt für 150 bis 250 Euro verkauft werden können.
Ob Räder zu solchen Preisen überhaupt den Namen Fahrrad verdient haben, daran scheiden sich die Geister. Die überwiegende Meinung in Fachforen und Blogs ist, dass diese Räder (dabei gern als „Neuschrott“ bezeichnet) nicht viel taugen - außer sie in den Keller zu stellen und verrosten zu lassen. Zum ernsthaften Gebrauch, gar zum tagtäglichen Radfahren, seien sie absolut ungeeignet. Vielleicht mal eine Runde um den Block auf dem Fahrradweg - aber im Straßenverkehr, bei Wind und Wetter? Kann man damit gut fahren, sich auf die Straße wagen, oder zerlegen sich diese Räder tatsächlich schon nach den ersten paar Kilometern in ihre Einzelteile?
Das günstigste Fahrrad, was ausfindig zu machen war, war ein „Trekkingrad“ zum Aktionspreis von 99,- Euro in einfachster Ausstattung: keinerlei Federung (sieht man von der Federungswirkung des Gel-Sattels und der Luftreifen ab), eine 7-Gang-Kettenschaltung, dazu Ausstattung gemäß StVZO (Seitenläufer-Dynamo, Lampen, Reflektoren, Klingel), mit zu diesem Zeitpunkt angesagtem „Brezellenker“, ein sogenannter Multifunktionslenker in Form einer Acht, wobei Multifunktion hier die vielfältigen Möglichkeiten von Greifpositionen meint. Als seitliche Reflektoren waren nur billige Katzenaugen vorhanden.
Mit diesem Rad wurde nun gefahren, wie man es bei einem typischen Alltagsrad erwarten kann: Fahrten zum Einkaufen im Stadtverkehr, Transporte mit dem Kindersitz, Ausflüge ins Grüne und auch einmal längere Radtouren - immerhin wurde das Rad unter der Bezeichnung „Trekking“ angeboten.
Dass sich die Räder in ihre Einzelteile zerlegen, das kann sich kein Händler erlauben, immerhin bestehen 2 Jahre gesetzliche Gewährleistung auch auf ein Billigfahrrad, von denen das erste halbe Jahr unproblematisch einzufordern ist. Der Trick ist jedoch, dass die Geschäfte diese Räder gar nicht als fahrbereite Fahrräder verkaufen, sondern lediglich „vormontiert“: d.h., dass der Kunde nach dem Kauf noch selbst ran darf (oder eine Fahrradwerkstatt damit beauftragen): zumindest die Pedale und der Lenker müssen vom Käufer nach dem Erwerb selbst montiert bzw. eingestellt werden.
Die Gewährleistung erlischt dadurch selbstverständlich nicht, für Montagefehler ist jedoch dann der Kunde selbst verantwortlich, wenn er etwa z.B. die Pedalen entgegen der Anleitung falsch herum hineinschraubt und somit die Tretkurbel-Gewinde zerstört. Bricht z.B. der Rahmen, liegt unzweideutig ein Gewährleistungsfall vor, aber die „Fahrbereitschaft“ an sich liegt damit letztlich in der Verantwortung des Kunden. Zieht dieser nicht alle Schrauben richtig an und stürzt infolgedessen (weil z.B. die Bremsen nicht richtig greifen oder der Lenker zu sehr wackelte), kann er dafür kaum den Verkäufer haftbar machen.
Das Wichtigste am Fahrrad neben der Betriebssicherheit ist das Fahrgefühl. Ein Fahrrad, auf dem das Fahren keinen Spaß macht, wird dazu führen, dass man das Rad ungern benutzt. Den Fahrspaß trüben können die unterschiedlichsten Dinge. Nicht zuletzt entscheidet das Gesamtgewicht des Rades darüber, ob man gerne damit fährt oder nicht. Die ersten Punkte lassen sich relativ leicht beheben, doch am Gewicht des Fahrrades kann man nicht viel verstellen.
Auch unser Testfahrrad wies mehrere dieser Probleme auf. Das Rad wurde nur in einer Größe angeboten - für Herren, aber offenbar hatte man dabei an kleinwüchsige Männer gedacht. Der Rahmen war sehr klein dimensioniert, so dass die fehlende Höhe durch extremes Herausziehen der Sattelstütze und Hochstellen des Lenkers kompensiert werden musste. Wer nun denkt, durch den kleinen Rahmen wäre wenigstens Gewicht gespart worden, irrt. Denn das Fahrrad ist ein optischer „Blender“: der Fahrradrahmen sieht aus wie einer aus (leichtem) Aluminium, besteht in Wirklichkeit aber aus schwerem Stahl. Die Rahmenrohre sind somit dicker, als sie eigentlich sein müssten, denn Stahlrahmen kommen auch mit geringeren Rohrdurchmessern aus. Zugunsten des moderneren Erscheinungsbildes wurde jedoch auf eine leichtere Bauweise verzichtet. Das gaukelt nach außen hin ein modernes Fahrrad vor, macht das Rad aber unnötig schwer.
Auch im Übrigen wurde Stahl statt Aluminium verwendet: Gepäckträger, Lenker, Sattelstütze - alles kein Aluminium. Nur die Bremsgabeln sind tatsächlich aus Aluminium - so konnte man das begehrte Schlagwort „Alu“ dann doch noch im Werbeprospekt unterbringen. Auch an weiteren Stellen trickste das Fahrrad. Die „Sprungfedern“ unter dem Sattel etwa waren nicht echt, sondern durch eine entsprechende Form aus Plastik nur angedeutet.
Die nächstwichtigste Frage beim Kauf eines Rades, gerade in Bezug auf die typischen Baumarkträder, ist natürlich, wie lange es überhaupt hält.
Mängel und Defekte im Langzeittest
- Das wahrscheinlich unwichtigste Teil am Fahrrad ging ironischerweise zuerst über den Jordan: die Klingel. Beim Testen der Klingel kurz nach dem Kauf brach der Klingelklöppel ab, die Klingel wurde damit unbrauchbar.
- Kurz nach Ablauf der Frist für die Gewährleistungsbeweislastumkehr fing das Hinterrad an zu eiern.
- Nachdem das neue Hinterrad eingebaut war, machte auch der dazugehörige Reifen schlapp. Das Profil war abgerieben und an der Seite entstanden tiefe Risse.
- Wider Erwarten hielt der Schlauch des Hinterrades durch, dafür gab es nun vorne einen Platten.
- Die Lenkergriffe waren eigentlich gar keine, sondern schlichte Schaumstoffüberzüge, die sich nach einem Regenschauer bis zur letzten Pore mit Wasser vollsogen. Griff man dann an den Lenker, war es, als würde man einen Schwamm auswringen. Nach einem Dreivierteljahr sahen die Lenkerbezüge nicht mehr schön aus: die Lenkstangenummantelung aus hartem Schaumstoff war spröde geworden und auf einer Seite bereits aufgerissen.
- Das Gel im Gelsattel war nach etwa einem Jahr nicht mehr im Urzustand, der Sattel verformte sich, wurde platter und faltig. Es trat zwar kein Gel aus, es schien sich jedoch innerhalb des Sattels neue Wege zu suchen.
- Passend zum Sattel machte auch die Sattelstütze im selben Zeitraum Probleme. Sie setzte so viel Rost an, dass das Rohr äußerlich bereits völlig korrodiert schien. Aus dem ehemaligen Silber des Metalls war ein satter Bronze-Ton geworden. Der Rost bröselte andauernd herunter, verschmutzte die Kleidung und landete auf der Ladung des Gepäckträgers.
- Das Fahrrad war noch nicht mit dem heute auch in dieser Preisklasse üblichen Nabendynamos ausgestattet, sondern verfügte noch über einen klassischen Seitenläuferdynamo. Dessen Laufrolle war nach ca. anderthalb Jahren so abgefahren, dass die Rolle kein Profil mehr hatte und am Reifen durchrutschte.
- Der Scheinwerfer hielt anderthalb Jahre, dann brach der Kontaktstift für die Aufnahme des Stromkabels, vermutlich aufgrund Durchrostung, ab.
- Die Halterung für den Lenker war bereits ab dem Kauf eine eher wackelige Angelegenheit gewesen, doch mit der Zeit wurde der Vorbau derart instabil, dass der Lenker bei Belastung deutlich Spiel zu beiden Seiten hatte - trotz fest angezogener Schrauben. Die Konstruktion des höhenverstellbaren Vorbaus schien mangelhaft zu sein, das Scharnier für die Höhenverstellung war nicht exakt eingepasst und lockerte sich im Laufe der Zeit immer mehr.
- Nach etwas über 2 Jahren brach eine der Pedale während der Fahrt. Der Kunststoffrahmen, der den Metallkern umfasste, riss auf einer Seite ab, die Pedalfläche verkleinerte sich um 30 Prozent.
- Nach zweieinhalb Jahren flog ebenfalls mitten in Fahrt der Kettenschutzring weg.
- Der Lack ist ab. Diese Aussage ist zugespitzt, doch nach 3 Jahren zeigen sich an der Lackierung deutliche Gebrauchspuren. Vor allem am Oberrohr zeigen sich deutliche Schäden. Diverse Schlagstellen ziehen sich über den Fahrradrahmen, die durch das Anlehnen an z.B. Straßenlaternen und Fahrradständern entstanden sind.
Überraschend robuste Teile
Doch nicht alles ging im Laufe des Testzeitraumes kaputt, manche Fahrradteile erwiesen sich als äußerst beständig. Die Bremsen sind noch absolut in Ordnung. Sowohl die Bremsgriffe als auch die Bowdenzüge und die Bremsen selbst. Lediglich die Bremsklötze mussten zwischenzeitlich ausgetauscht werden, doch da diese als Verbrauchsmaterial anzusehen sind, kann deren Austausch nicht zulasten der Qualität der Bremsvorrichtung ausgelegt werden. Auch das Vorderrad samt Vorderreifen sind weiterhin in gutem Zustand. Das Profil des Vorderreifens ist abgenutzt, aber noch ausreichend.
Die Gangschaltung überraschte am meisten, ist sie doch häufig das Sorgenkind bei Billigfahrrädern. Nicht so bei diesem Rad. Die Gangschaltung schaltet auch nach Jahren noch zuverlässig, Schalthebel, Verdrahtung und die Gangschaltung an sich sind tip-top, das Schalten erfolgt wie am ersten Tag leichtgängig und präzise. Bewährt haben sich auch das Rücklicht mit Standlichtfunktion, das ohne Wartung auskam, der Drahtgepäckträger, die Kette, der Ständer und die Schutzbleche. Tretlager und Kurbeln funktionieren wunschgemäß. Auch die Katzenaugen in den Speichen haben durchgehalten. Der Lenker zeigt nach 3 Jahren nun stellenweise auch Ansätze von Flugrost, ist aber weiterhin brauchbar.
Fazit: Lohnt sich ein Billigrad?
Auch Billigräder sind Fahrräder, mit denen man von A nach B kommt, das hat der Langzeittest bewiesen. Auch ein Rad aus dem Supermarkt kann sich gut und komfortabel fahren. Die Frage ist jedoch, zu welchem Preis, wobei Preis wortwörtlich gemeint ist. Rechnet man alle Ersatzteile zusammen, übersteigen die Kosten hierfür den Anschaffungspreis des Fahrrades um genau 50 Euro, es wurden also Ersatzteile für 149 Euro beschafft. Letztendlich hat sich der Preis für das Fahrrad nach 3 Jahren Fahrt dadurch um 150% auf 248 Euro erhöht - Arbeitszeit für Reparaturen und Ersatzteileinbau nicht eingerechnet. Im Ergebnis sind aus den unschlagbaren 99 Euro nach 3 Jahren Fahrt also knapp 250 Euro geworden. Doch auch dies ist immer noch sehr viel günstiger als ein höherwertiges Fahrrad.
Lohnt sich der Kauf eines Billigrades also doch? Jein. Es kann wie gesehen eine billige Alternative sein, nämlich dann, wenn man Selbstreparieren nicht scheut. Es ist eine günstige Möglichkeit, an ein „Fahrradgrundgerüst“ zu gelangen, das die ersten Monate erst einmal fährt. Man muss aber davon ausgehen, dass man mindestens noch einmal denselben Betrag in Ersatzteile investieren muss - und immer wieder den Werkzeugkasten auszupacken hat. Lässt man die Reparaturen in einer Werkstatt ausführen und montiert nicht selbst, wird es noch sehr viel teurer.
Radfahrer, die sich die Hände nicht schmutzig machen möchten, sollten von Baumarkträdern daher Abstand nehmen und sich für höherpreisige Räder entscheiden, die aus höherwertigeren Teilen zusammengesetzt sind, da sich der vermeintlich billige Fahrradkauf sonst sehr schnell in eine Kostenfalle verwandelt. Wer nur Rad fahren, aber nicht reparieren will, sollte bereits am Anfang mehr Geld in eine qualitativ bessere Ausstattung investieren. Wer jedoch auch gerne mal an seinem Fahrrad herumschraubt, wer das Fahrrad an sich als Hobby betrachtet, der kann durchaus auch mit einem Billigrad glücklich werden.
Ein Käufer eines Supermarktrades muss wissen, was er tut - oder sich das Wissen über Montage und Instandsetzung selbst aneignen. Das und die vielen kleinen Reparaturen kosten Geld und Zeit. Zu einem gewissen Teil bleibt der Kauf eines Billigstrades jedoch auch Glückssache, denn man weiß nie, wie lange ein Teil halten wird oder wann es zu ersten Ausfallerscheinungen kommt. In einem Punkt hat diese Art von Rädern jedoch einen eindeutigen Vorteil gegenüber der Konkurrenz: sie ist relativ sicher vor Diebstahl.
Alternative: Gebrauchte Mountainbikes vom Fachhändler?
Also, kann ich mir ruhig ein McKenzie Hill 400 zulegen (oder allgemein vom Versandhaus/Supermarkt) oder sollte ich ein gebrauchtes Rad beim Fachhändler kaufen? Habe dort heute mal nachgeschaut und ein paar ziemlich coole Mountainbikes gefunden, sogar unter 200! Allerdings sieht man ihnen an, dass die Teile zum Teil nicht zum Rad gehören. Nur schöner Schein oder tatsächlich fahrbar?
Mountainbike-Typen im Überblick
Mountainbikes gibt es in unzähligen verschiedenen Bauarten. Hierbei handelt es laut Vergleich wohl um das häufigste Mountainbike. Meist wird es in einer vollgefederten Variante ausgeliefert. Die Tests zeigen: Das hat vor allem auf unebenen Terrain viele Vorteile. Diese Mountainbikes sind laut Tests für anspruchsvolle Nutzer gedacht, die oft abseits der Straße unterwegs sind. Sie sind den Vergleichen zufolge oft gefedert, jedoch nicht so stark wie die All-Mountain-Variante. Wirft man einen Blick in die Tests, müssen diese Räder den höchsten Ansprüchen genügen. Ein solches Mountainbike wird nur bergab bewegt. Insofern bringen diese Mountainbikes rund 18 Kilo auf die Wage und sind standardmäßig mit einer Scheibenbremse ausgestattet.
Kaufberatung: Worauf achten?
Ein Mountainbike muss grundlegend drei Bedingungen erfüllen: Es muss leicht, geländegängig und mit einer guten Bremse ausgestattet sein. Hier gilt: Mehr ist in diesem Fall auch mehr. Die guten Mountainbikes in Tests verfügten über mindestens 21 Gänge. Diese Auswahl ist wichtig, um möglichst viele Situationen mit dem Rad gut meistern zu können. Denn die Tests zeigen, dass die Räder nicht nur dazu benutzt werden, den Berg hinauf zu fahren.
Da versteht es sich von selbst, dass diese Fahrräder sehr gute Bremsen benötigen. Sie werden im Vergleich schließlich besonders stark belastet. In den Tests finden sich aber auch Modelle mit herkömmlichen Bremsbacken an den Rädern. Und noch ein Punkt ist in Sachen Geländegängigkeit wichtig: die Reifen. Sie müssen bei einem Mountainbike im Vergleich zu anderen Rädern ziemlich breit sein.
Bekannte Hersteller von Mountainbikes
- Serious: Der Hersteller fällt im Test immer wieder mit günstigen Modellen auf, die trotzdem mit Qualität glänzen können.
- Cube: Eine Besonderheit bei Cube ist, dass wirklich alle Räder in Deutschland produziert werden.
- Scott: Scott weiß hier immer wieder mit guten Testnoten zu überzeugen.
- Kona: Das Ziel des Unternehmens ist es, jedem Fahrer das passende Mountainbike zu bieten.
- Yeti Mountainbikes: Sie wollen Fahrräder bauen, die sie auch selbst gerne fahren würden.
- Santa Cruz: Die Macher vereinen ausgeklügelte Technik mit absolut hochwertigen Materialien.
- Hercules: Inzwischen laufen bei Hercules unter anderem ziemlich coole Mountainbikes vom Band.
- Specialized: Die Fachpresse war begeistert - und Specialized gewann einen Test nach dem anderen.
- Trek: Trek weis immer wieder in Tests zu überzeugen.
- Cannondale: Die Amerikaner bauen Mountainbikes für anspruchsvolle Nutzer.
Internet vs. Fachhandel
Im Fachhandel werden Sie sicher ein Mountainbike finden, das kongruent zu Ihren Wünschen ist. Außerdem können Sie das Rad gleich an Ort und Stelle einem Test unterziehen. Die Sache hat allerdings einen Haken: den Preis. Er ist deutlich höher als im Internet. Dabei ist es hier inzwischen sehr einfach möglich, ein Mountainbike zu kaufen. Es stimmt zwar, dass Sie das Rad noch montieren müssen. Aber das geht dank ausführlicher Anleitungen leicht von der Hand und bei Problemen hilft Ihnen der Service des Händlers gerne weiter.
Häufige Mängel bei Mountainbikes
In dem Vergleich der verschiedenen Tests fällt auf, dass die Kunden immer wieder die gleichen Dinge an ihrem Mountainbike bemängeln. Die Bremsen werden, betrachtet man die Ergebnisse der Nebeneinanderstellung der verschiedenen Tests, am häufigsten bemängelt. Im Vergleich sind vor allem günstige Modelle betroffen. Sie verfügen zumeist nicht über wertige Scheibenbremsen. In der Regel sind Bremsbacken verbaut, die direkt am Rad sitzen. Das muss nicht unbedingt ein qualitativer Nachteil sein - betrachtet man die Tests, entpuppt er sich jedoch oft als solcher. Gerade bei den sehr günstigen Modellen werden offenbar minderwertige Bauteile verwandt.
In den ersten Tagen geben sie in der Regel keinen Anlass zur Beanstandung. Viele Nutzer berichten allerdings, dass die Bremsleistung bereits nach wenigen Hundert Kilometern deutlich abnimmt. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko. Der Mountainbike Vergleich offenbar allerdings auch: Es gibt Ausnahmen.
Auch die Gangschaltung ist den Tests zufolge nicht selten ein Problem. Hier geht es zum einen um den Bedienkomfort. Oft sind die Schalter, die am Lenker angebracht sind, nur schwer zu bewegen. Ein weiteres Problem sind sogenannte Ritzel, die sich nur mit hohen Kraftaufwand schalten lassen. Vor allem beim Wechsel zwischen den einzelnen Ritzeln tritt dieses Problem zu Tage. Das ist zum einen ein herber Verlust an Fahrkomfort. Das kann aber auch zu einem Sicherheitsrisiko werden.
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